+49 89 8099078-00 hello@voycer.com

Ausbruch aus dem Walled Garden: Warum Marken nicht auf Facebook setzen sollten

Statement: Michael Nenninger, CEO und Co-Founder der Voycer AG

Die jüngste Änderung des Facebook-Algorithmus hat Marken in Aufregung versetzt. Die Sichtbarkeit ihrer Posts im Newsfeed der User wird deutlich gesenkt, die Unternehmen müssen nun noch mehr auf gesponserte Posts oder gleich auf Werbung setzen als bisher. In der Diskussion hört man trotzdem viele, die beschwichtigen: Wird schon nicht so schlimm werden. Ich sage: Doch das wird es und das ist noch nicht der Höhepunkt der Entwicklung. Facebooks Botschaft an die Marken ist nämlich glasklar: Die Zeiten des sozialen Engagements für Marken mit ihren Anhängern sind vorbei. Facebook möchte einen Walled Garden, in dem sich die User untereinander tummeln, während Marken am Zaun stehen und gegen Bezahlung Schilder hochhalten dürfen, um auf sich aufmerksam zu machen. Die Frage ist: Warum machen das so viele Unternehmen noch mit?

Anstatt weiterhin die Budgets für Facebook zu erhöhen, sollten Entscheider endlich umdenken, ihre Owned-Media-Kanäle stärken und Kunden aus den Walled Gardens ins eigene Netzwerk holen. Die Strategie von Mark Zuckerberg hat zur Folge, dass die eigene Anzeigenplattform gestärkt wird und die Preise nach oben gehen. Die Anzahl der Anzeigeplätze im Newsfeed bleibt nämlich gleich, während die Nachfrage jetzt zunehmen wird. Wer einen eigenen „Garden“ pflegt, macht sich dagegen unabhängiger.

Und profitiert gleich mehrfach: Zuallererst gewinnen Unternehmen die Hoheit über die Kundendaten zurück. Denn Facebook reguliert, welche Informationen Marketer nutzen dürfen. Das Unternehmen hat kein strategisches Interesse daran, ihnen mehr als die Basisinformationen der Facebook-Nutzer zur Verfügung zu stellen, da sonst das eigene Anzeigengeschäft auf der Strecke bleibt. Werden die User hingegen im eigenen Garten betreut, können die Unternehmen selbst entscheiden, welche Kundeninformationen sie wie nutzen. Sie können diese dann gezielter für eine Stärkung der Kundenbindung oder zum Aufbau eigener Micro-Influener verwenden. Unternehmen müssen Konsumenten zukünftig ein eigenes Zuhause anbieten, wenn sie das volle Potenzial von Kundendaten und Social Engagement nutzen wollen.